Blutdruck & Medizin

Bluthochdruck – Normalwerte, Ursachen und Folgen

Wie entsteht der Blutdruck? Wo liegen die Normalwerte? Was tun, wenn der Blutdruck zu hoch ist? Kurze Antworten auf wichtige Fragen.

Wie entsteht der Blutdruck?

Ab Messwerten von 120 mm Hg spricht man von Bluthochdruck

Etwa 7000 Liter Blut pumpt das Herz täglich durch den Körper. Von der Fußsohle bis zur Schädeldecke geht es über fast zwei Höhenmeter – durch Blutgefäße, die oft dünner als ein Haar sind. Damit der Kreislauf diese Widerstände überwinden kann, muss das Herz einen großen Druck aufbauen.

Ab Messwerten von 120 mm Hg spricht man von Bluthochdruck

Das Herz arbeitet nach dem Prinzip einer Druck-Saug-Pumpe: Die Herzkammern ziehen sich zusammen und drücken frisches, mit Sauerstoff angereichertes Blut in den Körper. Dann erschlafft der Herzmuskel und saugt das verbrauchte Blut zurück in die Kammern.

Daher wird der Blutdruck immer mit zwei Werten beschrieben – 120 zu 80 im Optimalfall. Beim Zusammenziehen der Kammer herrscht der höchste Druck: Dies ist der obere, systolische Wert der Blutdruckmessung. Aber auch wenn das Herz erschlafft, bleibt ein Restdruck bestehen, damit das Blut nicht aufhört zu fließen. Den Restdruck beschreibt der untere, diastolische Wert.

Was ist normal, was ist zu hoch?

Richtwerte für die Diagnose von Bluthochdruck

Anerkannte Richtwerte für die Einordnung des Blutdrucks stellen die Weltgesundheitsorganisation WHO und die Deutsche Hochdruckliga bereit. Die Richtwerte sind fast identisch, außer dass die Hochdruckliga zusätzlich den „isolierten systolischen Bluthochdruck“ aufführt1.

140 zu 90 mmHg – das gilt allgemein als Grenze zwischen normalem und erhöhtem Blutdruck. Übersteigt der Blutdruck diese Werte, sind Gegenmaßnahmen sehr zu empfehlen. Manche Experten raten sogar schon früher zu blutdrucksenkenden Maßnahmen – ob das von Vorteil ist, bleibt jedoch unklar2.

Ein oberer Blutdruckwert über 120 mmHg gilt als Bluthochdruck

Der Blutdruck unterliegt im Tagesverlauf natürlichen Schwankungen: Morgens und in den frühen Abendstunden ist er am höchsten. Ärzte empfehlen daher, die Blutdruckmessungen immer zur gleichen Tageszeit ausführen.

Für Kinder gelten andere Richtwerte: Säuglinge haben einen deutlich niedrigeren Blutdruck, der erst im Laufe der Kindheit ansteigt und mit etwa 18 Jahren die Werte von Erwachsenen erreicht3.

Welche Ursachen hat hoher Blutdruck?

Hoher Blutdruck ist keine unvermeidliche Alterskrankheit, sondern meist die Folge eines ungesunden Lebensstils. Als schädlich gelten vor allem:

  • fettreiche Ernährung
  • zu wenig Bewegung
  • Rauchen
  • zu viel Alkohol

In der Regel müssen viele Faktoren zusammenkommen, um Bluthochdruck zu erzeugen. Bei 95 von 100 Patienten ist das Zusammenspiel so kompliziert, dass die Ursachen der Erkrankung kaum noch zu erkennen sind. Ärzte nennen dies einen primären oder essenziellen Bluthochdruck.

Nur in seltenen Fällen – bei etwa einem von zwanzig Patienten – hat der Bluthochdruck eine fassbare Ursache. Ärzte sprechen dann von sekundärem Bluthochdruck, weil der eigentliche Grund oftmals eine Organstörung ist. Häufig sind dies Nierenerkrankungen oder Hormonstörungen. Allerdings können auch manche Medikamente den Blutdruck erhöhen.

Wie häufig ist hoher Blutdruck?

Mehr als 50 % der Deutschen über 65 Jahren leiden an Bluthochdruck

Bei vielem Menschen ist der Blutdruck erhöht – einer von vier Deutschen leidet daran. Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen. Dennoch ist das Risiko höchst ungleich verteilt: Das Alter spielt eine entscheidende Rolle.

Mehr als 50 % der Deutschen über 65 Jahren leiden an Bluthochdruck

Wer jünger als 30 Jahre ist, muss sich nur selten Gedanken über hohen Blutdruck machen. Aber in der Gruppe der 45 bis 64-Jährigen ist schon etwa jeder Dritte betroffen. Ab 65 Jahren sind es dann mehr als die Hälfte der Bevölkerung4.

Mit welchen Folgen muss ich rechnen?

Der Bluthochdruck an sich ist ungefährlich, unterhalb einer kritische Grenzen macht er sich kaum bemerkbar. Auf Dauer stellen sich jedoch Probleme ein – der Kreislauf wird überlastet. Der Verschleiß zeigt sich zuerst in den Blutgefäßen: Sie werden steif, verengen sich und können weniger Sauerstoff transportieren. Ärzte nennen dies Arteriosklerose.

Die langfristigen Folgen der Arteriosklerose sind schwerwiegend. Die mangelnde Versorgung mit Sauerstoff beeinträchtigt Herz, Gehirn und Nieren. Sind diese Organe erst einmal geschädigt, bleiben den Ärzten nur noch wenig Möglichkeiten.

Bluthochdruck ist auch einer der Faktoren beim metabolischen Syndrom und erhöht das Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken5. Sporttaucher müssen ebenfalls aufpassen – das Risiko von Lungenödemen ist bei ihnen deutlich erhöht.

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Was hilft gegen hohen Blutdruck?

Hoher Blutdruck kann oft durch die Veränderung der Lebensgewohnheiten normalisiert werden. Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören:

  • gesund essen
  • regelmäßig Sport treiben
  • mit dem Rauchen aufhören
  • Alkohol möglichst vermeiden

Doch manchmal reicht eine Anpassung des Lebensstils nicht aus. Dies gilt vor allem, wenn bereits die ersten Folgeschäden zu beklagen sind. In diesem Fall muss der Arzt prüfen, welche Medikamente helfen können6.

Wichtiger Hinweis
Dieser Artikel gibt den aktuellen Stand des Wissens wieder. Er enthält jedoch nur allgemeine Hinweise, die nicht für eine Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung geeignet sind. Einen Arztbesuch kann er auf keinen Fall ersetzen.

Quellen und weiterführende Literatur

  • 1 Deutsche Hochdruckliga e.V., Bluthochdruck wirksam bekämpfen, abgerufen Januar 2022 (Link)
  • 2 J. Harflinger, Bluthochdruck: Ist weniger wirklich mehr?, Cochrane Deutschland Stiftung, April 2021 (Link)
alle Quellen anzeigen
  • 3 Deutsche Hochdruckliga e.V., Bluthochdruck – (k)ein Thema bei Kindern und Jugendlichen, abgerufen im Januar 2022 (Link)
  • 4 Neuhauser et al., 12-Monats-Prävalenz von Bluthochdruck in Deutschland, Journal of Health Monitoring, März 2017 (Link)
  • 5 Deutsche Hochdruckliga e.V., Eine gute Blutdruckeinstellung kann Typ-2-Diabetes vorbeugen, Pressemitteilung, Dezember 2021 (Link)
  • 6 Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Wann sind Medikamente gegen hohen Blutdruck sinnvoll?, Stand Mai 2019, abgerufen im Januar 2022 (Link)
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